Fünf-Elemente-Lehre

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Die Fünf-Elemente-Lehre (chin. 五行 wŭxíng = Fünf Wandlungsphasen) ist eine daoistische Theorie zur Naturbeschreibung, welche die fünf Elemente Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde in Beziehung zu Werden, Wandlungen und Vergehen in der Natur und den Wechselwirkungen zwischen Erde, Mensch und Himmel setzt. Nach chinesischer Vorstellung baut die Fünf-Elemente-Lehre auf der taoistischen Theorie von Yin und Yang auf und ist auf alle Bereiche des Lebendigen anwendbar. Es handelt sich nach dieser Auffassung letztlich um ein Grundgesetz des Lebens selbst.

Die Fünf-Elemente-Lehre ist Bestandteil der chinesischen Philosophie und hat Eingang in die Traditionelle Chinesische Medizin, die Akupunktur und verschiedene moderne pseudomedizinische Richtungen der westlichen Welt gefunden.

Die fünf Elemente

Die Vorstellungen zu den fünf Elementen besagt, dass sich alle belebten und unbelebten Dinge diesen Elementen zuordnen lassen. Dabei sind die fünf Elemente einer ständigen Änderung unterworfen, indem sie sich gegenseitig beeinflussen. Dies stellt in den Vorstellungen der fünf-Elemente-Lehre den Ursprung der Natur und der Naturgesetze dar. Dem jeweiligen Element werden folgende Eigenschaften/Wirkungen zugeordnet:

  • Holz: Aufbruch, Entwicklung eines Handlungsimpulses, Expansion, Steigen
  • Feuer: Ausgestaltung, dynamische Phase, Aktion
  • Erde: wandelnd, umwandelnd, verändernd: Fruchtbildung
  • Metall: Reife, Kontraktion, Kondensation, Ablösung, Sinken
  • Wasser: Betrachtung, Lageerfassung, Ruhe

Die Interaktion dieser Elemente bewirkt einen Zyklus, der auf verschiedenste Abläufe im Bereich des Organischen angewendet wird, zum Beispiel im menschlichen Körper, in der Charakterkunde, in der Astrologie oder auch in Organisationen, wie beispielsweise einem Unternehmen oder auch in der Politik.

Darstellung der fünf Elemente und der Zyklen, Quelle: Wikipedia

Zyklen der Elemente

Nach den Vorstellungen der Fünf-Elemente-Lehre wird das Werden und Vergehen in der Natur in Form von Zyklen dargestellt, meist in Form eines fünfgeteilten Kreises im Uhrzeigersinn. Dabei dienen meist die Jahreszeiten der Verdeutlichung solcher Zyklen. Wasser ist demnach ruhender Ausgangspunkt eines Zyklus und symbolisiert den Winter. Holz soll ein vorbereitendes, expandierendes Stadium sein und steht für den Frühling. Feuer bildet den Höhepunkt eines Zyklus und ist ein Symbol für den Sommer. Erde steht für den wandelnden Aspekt, z.B. die Fruchtreife sowie den Spätsommer. Metall soll konzentrierend und strukturierend wirken und entspricht der Reifung im Herbst. Dem schließt sich wieder die Ruhephase (Wasser) an.

Innerhalb eines solchen Zyklus treten die Elemente miteinander in Wechselwirkung, wobei das Vorgänger- bzw. Nachfolge-Element gestärkt oder geschwächt werden kann:

  • Holz saugt Wasser auf - Wasser nährt Holz
  • Holz lässt Feuer brennen - Feuer verbrennt Holz
  • Feuer reichert die Erde mit Nährstoffen an - Erde erstickt Feuer
  • Erde bringt Metall hervor - Metall zieht Mineralien aus der Erde
  • Metall belebt Wasser - Wasser korrodiert Metall
  • Holz entzieht der Erde Nährstoffe - Wurzeln halten die Erde zusammen.

Kommt es zu Störungen und Abweichungen in der Natur (z.B. Naturkatastrophen, Dürre, Überschwemmungen, Hitze- bzw. Kälteeinbrüche) bzw. zu Krankheiten, wird dies auf einen Mangel oder einen Überfluss eines (oder mehrerer) Elemente zurückgeführt. Zur Regulierung dieser Ungleichgewichte sind ebenfalls die Wirkungen der jeweiligen Elemente aufeinander bedeutsam.

Formen der Beeinflussung

Ferner werden verschiedene Neben-Zyklen postuliert, je nachdem, wie das Vorgänger- bzw. Nachfolge-Element sich auf das jeweils andere auswirkt:

  • Nährungszyklus In der Reihenfolge nähren bzw. stärken die Elemente einander (z.B.: Wasser nährt Holz, Holz nährt Feuer).
  • Schwächungszyklus Umgekehrt entwickelt sich jedes Element durch die Schwächung seines Vorgängers (z.B.: Feuer verbrennt Holz).
  • Kontrollzyklus Ein Mangel bzw. Überfluss eines der fünf Elemente stört den Prozess insgesamt bzw. schädigt seinen Träger (einen lebendigen Organismus). Kontrollierende Eingriffe können nicht willkürlich erfolgen, ohne den Prozess zu stören. Derartige Eingriffe sollen auch hier nach den Gesetzmäßigkeiten der Lehre erfolgen, z.B. Wasser kontrolliert Feuer (z.B.: Kühlen durch Verdampfen,) Holz kontrolliert Erde (Beispiel: Pflug), Feuer kontrolliert Metall (z.B.: Verhüttung von Erzen), Erde kontrolliert Wasser (z.B.: Damm), Metall kontrolliert Holz (z.B. Axt, Messer, Hobel). Die Relation der Elemente zueinander ist deshalb als ein Pentagramm innerhalb des Kreises dargestellt.
  • Schädigungszyklus Die entgegengesetzte Relation (auf den Vor-Vorgänger) wird als destruktiv und verletzend beschrieben. So schädigt beispielsweise das Wasser die Erde (z.B.: Erosion, Überschwemmung).

Analogien der Elemente zur Natur

Die fünf Elemente werden, als Ausdruck magischen Analogiedenkens, neben den Jahreszeiten in weitere Beziehungen gesetzt, so z.B. mit Farben, Formen, Himmelsrichtungen (wobei eine der Richtungen die Mitte ist), Geschmacksrichtungen, Tageszeiten, Witterungen, Landschaftsformen, Emotionen, Tieren, menschlichen Organen, Sinnen, Lebensaltern, Körperflüssigkeiten usw. Die Liste der Analogien ist praktisch unbegrenzt.

Vor allem die Analogien der fünf Elemente zum menschlichen Körper und seinen Funktionen bilden eine Grundlage der Traditionellen Chinesischen Medizin, des Feng-Shui und einer speziellen, an den fünf Elementen ausgerichteten Ernährungslehre.

siehe auch